Geschlossene Freizeiteinrichtungen und abgesagte Jahrmärkte bringt viele Schausteller zum Umdenken. So auch Sarah Wurms vom Safariland Stukenbrock. Statt in der Winterpause des Freizeitparks von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt zu fahren und gebrannte Mandeln und Co. zu verkaufen, steht sie jetzt in Augustdorf und bietet ihre Leckereien an.
Ihr Quartier hat Sarah Wurms an der Waldstraße 202 vor der Gaststätte „Bergen Bermuda Eck“ aufgeschlagen. Schon von Weitem duftet es dort weihnachtlich. Gebrannte Mandeln in vielen verschiedenen Sorten, Lebkuchenherzen, Popcorn, Zuckerwatte, mit Schokolade überzogene Bananen, Gummi-Schlangen und kandierte Äpfel füllen den Jahrmarktstand der Schaustellerin. Normalerweise steht ihr Wagen im Safariland Stukenbrock in Schloss Holte-Stukenbrock.
Sie selbst stammt aus einer Schaustellerfamilie. Ihre Großeltern waren schon Schausteller, arbeiteten dann in der Hotelbranche und eröffneten 1969 das Safariland in Schloss Holte-Stukenbrock.
In den Wintermonaten, in denen der Park geschlossen ist, beschickt sie verschiedene Weihnachtsmärkte. Da das gewohnte Weihnachtsgeschäft wegen der Corona-Pandemie ausfällt, hat Sarah Wurms nach einer Alternative gesucht. „Nora Wurms, die Frau meiner Cousine, kommt aus Augustdorf und ist auf den Platz aufmerksam geworden“, erklärt Sarah Wurms die Idee. „Olga Bergen von ‚Bergen Bermuda Eck‘ wollte uns unterstützen. Wir dürfen unseren Wagen hier kostenfrei abstellen“, sagt Wurms. Geöffnet ist der Stand dienstags bis samstags jeweils von 14 bis 19 Uhr. „Es ist wie ein kleiner Drive-In. Die Leute können an der Waldstraße anhalten und gebrannte Mandeln und mehr mitnehmen“, beschreibt die Schaustellerin das Geschäft. Alle Leckereien sind selbstgemacht.
An den Adventssonntagen möchte Sarah Wurms auch öffnen und zwar mit einem besonderen Angebot. An den vier Adventssonntagen backt sie frische Crêpes mit süßem und herzhaftem Belag. „Für Kinder gibt es ein spezielles Menü mit einem Crêpes, einem Trinkpäckchen und einer kleinen Überraschung“, freut sich Wurms auf die Vorweihnachtszeit. Im Dezember möchte sie den Stand auch weihnachtlich schmücken und beleuchtete Tannenbäume aufstellen. „Wir verkaufen auch eine Weihnachtsmarkttüte. Das ist unser Weihnachtsmarkt für Zuhause“, verrät Sarah Wurms. In der Weihnachtsmarkttüte sind gebrannte Mandeln, ein Lebkuchenherz, Eierpunsch, Glühwein und selbstgebackenen Plätzchen von den Kinder der Kindertagesstätte Stachel-Bär. Einen Teil der Verkaufserlöse möchte sie an die Kita spenden. Die Tüte gibt es ab Sonntag, den 29. November.
„Durch den Stand wollen wir unsere Existenz erhalten“, berichtet Wurms den Grund für den Jahrmarkt-Drive-In. Von den Einnahmen durch die Weihnachtsmärkte leben sie und ihre Familie normalerweise drei bis vier Monate lang. Diese wichtigen Einnahmen werden in diesem Jahr vermutlich ausfallen. „Wir wollen arbeiten und kein Hartz IV beantragen. Unsere laufenden Kosten müssen aber gedeckt werden. Wir sehen keine andere Möglichkeit, als neue Wege zu finden“, so Wurms.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner