Am gestrigen Freitag war Weltgebetstag. Exklusiv für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hat Pfarrerin Johanna Krumbach von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und Ursula Kuhfuß, Gemeindereferentin katholischen Pastoralverbund Lippe-Detmold Gedanken zu diesem Tag aufgeschrieben.
 
Fürbittengebet:
Das Gebet jedes einzelnen, wo immer er oder sie auch sein mag, verbindet sich mit den Gebeten und Fürbitten anderer Menschen. Heute am Weltgebetstag liegen uns die Menschen in Vanuatu ganz besonders am Herzen.
Und so verbinden wir uns im gemeinsamen Gebet mit Vanuatu und der Welt.
Gott, du bist Anfang und Ende und auf dir steht und gründet Vanuatu.
Wir bitten dich, hilf uns, dass wir uns für den Frieden auf der Welt und in unseren Familien einsetzen. Wir legen die Regierenden und das Volk von Vanuatu in deine weisen Hände.
Wir wollen aufstehen gegen Ungerechtigkeit in unseren Ländern und Widerstand leisten. Gib uns die Kraft für unsere Inseln, Völker und Nationen Verantwortung zu übernehmen.
Wir beten, dass wir in Einheit, Liebe und Frieden mit ethischer und kultureller Vielfalt leben können wie in Vanuatu und vielen anderen Orten auf der Welt.
Wir denken an die Menschen, die von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen und Vulkanausbrüchen bedroht sind. Wir sorgen uns um Menschen, die unter Abhängigkeiten leiden.
Starker Gott, beschütze unseren Gemeinschaften vor Katastrophen und Leiden. Heile die Seelen aller Menschen uns lass uns deine Liebe spüren.
Gott, wir danken dir, dass die Menschen auf Vanuatu nicht an Covid-19 erkrankt sind, umso mehr bitten wir dich um alle anderen Menschen auf der ganzen Welt, die unter diesem Virus leiden und sterben.
Auch wir in Deutschland und in Augustdorf haben große Sorgen wegen dieser Pandemie. Hilf uns durchzuhalten und schenke uns Hoffnung, dass du alles zum Guten wenden wirst.
Johanna Krumbach, Evangelisch-reformierte Gemeinde Augustdorf
 


„Worauf bauen wir?“
Das ist das Motto des Weltgebetstags 2021, dessen Liturgie aus dem pazifischen Inselstaat Vanuatu kommt. Im Mittelpunkt steht der Bibeltext Mt 7,24-27:
„ Alle, die nun meine Worte hören und entsprechend handeln, werden einer klugen Frau, einem vernünftigen Mann ähnlich sein, die ihr Haus auf Felsen bauten. Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse, Stürme wehen und überfallen dieses Haus – und es stürzt nicht ein! Denn es ist auf Felsen gegründet…“
Die Frauen aus Vanuatu erleben ganz konkret, wovon im Text die Rede ist. Vanuatu ist vom Klimawandel bedroht, die steigende Wassertemperatur lässt Fische und Korallen absterben, die Wellen treffen ungehindert auf die Inseln und tragen immer mehr Land ab. Insgesamt steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Tropische Wirbelstürme werden stärker ( 2015 zerstörte Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben.) In ihrem Alltag haben die Frauen aus Vanuatu mit Gewalt durch ihre Männer zu kämpfen und im Parlament sind sie nicht vertreten.
Doch sie wissen: nur das Haus, das auf festem Grund steht, werden Stürme nicht einreißen. Und sie ermutigen sich selbst und uns, auf Jesus zu bauen, dessen Worte felsenfester Grund für alles Handeln sein sollten.  „ Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament. Unser Handeln ist entscheidend.“  sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.                                                                                             
Die Frauen des Weltgebetstags aus Vanuatu muten auch uns die Frage zu: Worauf bauen wir? Wem vertrauen wir? Was trägt unser Leben, wenn alles ins Wanken gerät? Worauf haben wir das Haus unseres Lebens gebaut? Vielleicht fragen Sie sich das in den letzten Monaten ja auch vermehrt. Ist doch durch Klimawandel, die Pandemie, so manches Weltgeschehen und persönliche Schicksalsschläge vieles auch in unserem Leben ins Wanken gekommen, hat sich verändert und uns zum Nachdenken gebracht.                                                                                                                                           Was höre ich? Wo höre ich zu  – wo weg? Was tue ich? Hören, nachdenken und handeln – das gilt es in Einklang zu bringen. Eine Hilfe zur Orientierung kann uns die „Goldene Regel“ sein, mit der Jesus seine Botschaft zusammenfasst: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, tut es ihnen ebenso.“ Oder anders gesagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Beten und handeln wir mit den Frauen aus Vanuatu und mit vielen anderen Menschen dieser Erde!
Ursula Kuhfuß
Gemeindereferentin Pastoralverbund Lippe-Detmold

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