Vor allem Verlässlichkeit über die Corona-Regeln wollen Schulgemeinschaften im Herbst. Im Vorfeld der Beratungen über das neue Infektionsschutzgesetz äußern Eltern- und Lehrerverbände Sorge über dessen Ausgestaltung. Nach dem vorliegenden Entwurf könnte die Landesregierung Coronatests in Schulen wieder zur Pflicht machen. Auch eine Maskenpflicht wäre möglich. Aber nur in weiterführenden Schulen und nur, wenn der Präsenzunterricht sonst gefährdet wäre.

Der Landeselternschaft der Integrierten Schulen geht der Entwurf nicht weit genug. „Das Minimum wären die Regelungen, die wir Anfang des Jahres hatten: drei Mal in der Woche in der Schule testen und natürlich Maskenpflicht“, sagt Stephanie Helder-Notzon vom Vorstand der Organisation. Ihre Forderung: „Wir wünschen uns, dass alles, was der Gesetzgeber zulässt, komplett ausgenutzt wird.“ Sie vertritt vor allem Eltern von Gesamt- und Sekundarschulen.

Die Landeselternkonferenz fürchtet, dass nicht sichergestellt wird, dass Schulunterricht stattfindet. „Bei dem jetzt schon vorherrschenden Lehrkräftemangel und den vielen Erkrankungen ist das die größte Sorge der Eltern“, sagt Anke Staar von der Organisation. Auch, wenn Land und Bund immer wieder betonen, dass man vor allem Schulschließungen vermeiden will.

Auf jeden Fall brauche es Verbindlichkeit und Klarheit darüber, wann Tests oder Masken angewendet werden sollten und was zu tun ist, wenn ein Schüler mit Erkältungssymptomen kommt, so Staar weiter. Bislang setzt Schulministerin Dorothee Feller (CDU) bei allem auf Freiwilligkeit und die Kooperationsbereitschaft von jungen Leuten und Eltern. Viel mehr ist derzeit aber auch nicht möglich, weil das Land laut aktuell gültigem Gesetz weder Masken- oder Testpflichten einführen darf. „Diese Freiwilligkeit führt zu Stress und Konfliktsituationen, sagt Staar. „Es muss klare Richtlinien geben, wie man sich zu verhalten hat. Es muss verbindliche Vorgaben auf Landesebene geben, damit Schulen das umsetzen können.“

Eine Anfrage ans Schulministerium zum Thema blieb zunächst unbeantwortet. Der Lehrerverband „Lehrer NRW“ schließt sich der Meinung der Landeselternkonferenz aber an. „Das kann nicht in die Verantwortung der Schulleitungen gelegt werden, weil das mit enormem emotionalem Sprengstoff verbunden ist. Das müssen übergeordnete Instanzen sagen, und es muss klare Kategorien geben, ab wann was gilt“, so der Landesvorsitzende Sven Christoffer. „Es ist nicht die Aufgabe der Schulleitungen, zu entscheiden, ob eine Maske getragen werden muss oder nicht.“

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