„Die Zeit verging wie im Flug.“ Dieses Fazit zog Bürgermeister Thomas Katzer nach seinem Gespräch mit dem Brigadekommandeur Oberst Stephan Willer. Vier Monate, bevor Katzer zum Bürgermeister gewählt wurde, übernahm Willer die Führungsverantwortung über die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ in der Augustdorfer Rommel-Kaserne. Viele Wochen verhinderten die Corona-Pandemie und zahlreiche Arbeitstermine einen ersten Gedankenaustausch zwischen beiden.
Am Mittwoch war es dann endlich soweit: Der Bürgermeister der Sennerandgemeinde und der Brigadekommandeur trafen im Augustdorfer Rathaus erstmalig aufeinander. Willer folgte damit der Einladung des Bürgermeisters und beglückwünschte Katzer zunächst zu seinem Wahlerfolg im September. „Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Fortune in Ihrer neuen Verwendung“, so der 50-Jährige während der Begrüßung.
Bürgermeister Katzer erinnerte sich an seine Zeit als Wehrpflichtiger in Frankenberg an der Eder. „Zu einem Oberst hatte ich damals aber keinen Kontakt“, gab der hauptamtliche Bürgermeister mit einem Lächeln zu. Der Rückhalt der Bundeswehr in der Augustdorfer Bevölkerung sei groß, betonte Katzer gleich zu Beginn des Gespräches ausdrücklich. „Die Bundeswehr gehört zu Augustdorf“, so das klare Bekenntnis zur Truppe. Oberst Willer konnte im Gegenzug versichern, dass sich die Brigade seit Jahrzehnten in Augustdorf sehr wohl fühle.
Als Gastgeschenk hatte der Kommandeur der „21er“ einen Wandkalender des Heeres im Gepäck, der zukünftig einen Platz in der Chefetage des Rathauses an der Pivitsheider Straße finden wird. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen und einem ersten Gedankenaustausch standen aber auch aktuelle Themen auf der Agenda.
Bürgermeister Katzer und Brigadekommandeur Willer sprachen intensiv über die Situation auf dem Bundeswehrübungsplatz Schapeler Hof und dem angrenzenden Panzerübungsplatz Stapel, der durch die britischen Streitkräfte verwaltet wird. Die andauernde illegale Nutzung des Gebietes durch rücksichtslose Motocross- und Quadfahrer sei so nicht hinnehmbar, betonten beide Gesprächspartner einvernehmlich. Willer empfahl dringend, alle beteiligten Stellen zu einem Gesprächsforum einzuladen. Neben der Bundeswehr und den britischen Streitkräften sollten die Gemeindeverwaltung, das Ordnungsamt sowie die Kreispolizeibehörde an diesem Austausch teilnehmen. „Das Problem ist klar umrissen, jetzt gilt es Maßnahmen zu entwickeln“, unterstrich Willer mit Nachdruck.
Bürgermeister Thomas Katzer zog im Anschluss an das Gespräch ein positives Fazit. „Wir haben sofort eine gemeinsame Gesprächebene gefunden“, freute er sich. Das Gespräch sei von Vertrauen und gegenseitiger Zugewandtheit geprägt gewesen. „Obwohl wir unterschiedliche Funktionen innehaben, haben wir trotzdem in vielen Bereichen übereinstimmende Vorstellungen“, betonte er.
Die Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde am Sennerand stellt aus Sicht der Bundeswehr nur den Auftakt für einen kontinuierlichen Austausch dar. Besonders interessiert zeigte sich Katzer an den Waffensystemen der „Lipperland“-Brigade. Oberst Willer lud daher den Bürgermeister zu einem Besuch in die Kaserne ein. „Gerne zeigen wir Ihnen unseren Alltag und unser Gerät“, so der Kommandeur zum Abschied. (mw/gw)

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