Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) hat sich in ihrer jüngsten Sitzung klar für den Streckenausbau entlang der Bahnstrecke Hannover – Bielefeld ausgesprochen. Um eine Entlastung der stark frequentierten Hauptachse zu erzielen, plädiert sie für den abschnittsweisen Neubau. Eine gute Anbindung an die Schiene sei für die lippische Wirtschaft essenziell. Deshalb fordert das Gremium eine beschleunigte Planung und Fertigstellung der Strecke bis 2035. Gleichzeitig fordert die IHK eine zügige Sanierung des Bestandsnetzes, um schnelle Impulse für die Verkehrswende zu erhalten.

Der Korridor Hannover – Bielefeld – Hamm ist eine zentrale Achse für den Personen- und Güterverkehr in Deutschland. Um die Strecke leistungsfähiger zu gestalten, plant die Bahn AG einen teilweisen Neubau im Abschnitt Hannover – Bielefeld. Dadurch sollen die Züge entlang der Strecke beschleunigt und zugleich mehr Kapazität auf der Schiene geschaffen werden. Aus Sicht der Wirtschaft ist das Vorhaben zu begrüßen. Durch die Fahrzeitverkürzung kann die Integration in den deutschlandweiten Fahrplan, den so genannten Deutschlandtakt, gelingen. Zugleich bedeuten zusätzliche Gleiskapazitäten eine Entlastung der Engpässe zwischen Minden und Wunstorf sowie ein Plus für den Schienengüterverkehr und den Personennahverkehr. So bietet die Ertüchtigung der Hauptachse Potentiale für eine bessere Anbindung angrenzender Regionen, wie beispielsweise dem Kreis Lippe. Diskutiert wird bereits ein ausgeweitetes S-Bahn-Netz OWL als auch die Anbindung an den Rhein-Ruhr-Express.

Seit 2021 läuft ein breit angelegter Diskussionsprozess zum Bahnprojekt Hannover – Bielefeld, in dem auch die IHK Lippe mitarbeitet. Eine Umsetzung erst nach 2040, wie von der Bahn geplant, sei allerdings viel zu spät, ist IHK-Präsident Volker Steinbach überzeugt. „Wir brauchen mehr Tempo auch beim Neubau, wenn wir mit der Verlagerung von der Straße auf die Schiene Ernst machen wollen.“ Damit Lippe von einer Neubautrasse profitiert, müsse zwingend eine gute Anbindung im Fernverkehr an den Bahnhof Bielefeld gewährleistet werden. Und: „Ein Neubau allein reicht nicht. Bahn und Bund müssen zeitnah in das Bestandsnetz investieren, um auch Effekte zur Verlagerung in den nächsten Jahren zu erzielen“, plädiert Steinbach. Fazit der Wirtschaft: Nur durch den Aufbau von Zusatzkapazitäten bei der Schieneninfrastruktur kann die hohe Verkehrsmenge abgewickelt und eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene als Teil der Mobilitätswende Wirklichkeit werden.

Textquelle: IHK Lippe

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