Die vom Salzufler Künstler Horst Schneider gestaltete Gedenktafel für den in Detmold geborenen jüdischen Vortragskünstler Joseph Plaut wurde heute am Landestheater feierlich enthüllt. Stadtarchivarin Gudrun Mitschke-Buchholz erinnerte an Plauts Leben und Wirken und lobte: „Das Landestheater Detmold stellt sich nun ein weiteres Mal der Geschichte und dokumentiert öffentlich, dass auch das Theater ein Ort eines antisemitischen Übergriffs war. Das Theater stellt sich damit öffentlich sichtbar auf die Seite des jüdischen Künstlers Joseph Plaut.“ Alt-Bürgermeister Friedrich Brakemeier las einen Text Plauts und begrüßte die Gedenktafel als „sichtbares Erinnerungsstück an dem Ort an dem er gewirkt hat“. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Künstlern des Landestheaters.

Das Datum der Enthüllung ist nicht zufällig gewählt, es ist der Jahrestag des sogenannten Theaterskandals von 1932. Am 11.04.1932 trat Joseph Plaut im Landestheater auf und sang u. a. das bekannte und beliebte Spottlied auf die „Lippischen Schützen“. Die Ortsgruppe der NSDAP fasste dies als Provokation auf und störte die Aufführung mit Pöbeleien und Stinkbomben, wie die Lippische Landeszeitung berichtete. Joseph Plaut überlebte den NSTerror, da er bereits 1936 emigrieren konnte.

Der Salzufler Künstler Horst Schneider war mit der Idee, den Kopf von Josef Plaut zu
modellieren, an die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit herangetreten, wie die Vorsitzende Micheline Prüter-Müller berichtete, und hatte um einen informierenden Begleittext gebeten. So entstand die Gedenktafel als Gemeinschaftswerk. Horst Schneider führt in Bad Salzuflen eine Werkstatt für Stuckarbeiten und ist als kundiger und kreativer Restaurator in ganz Europa unterwegs.

Textquelle: Landestheater Detmold
Fotoquelle: Lina Pris

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