Zu einem Meinungsaustausch trafen sich kürzlich Unternehmensvertreter:innen aus Lügde bei der BEGA-Gruppe. Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) hatte zum „Kommunalen Wirtschaftsgespräch“ eingeladen. Den Fragen der Unternehmen stellte sich Bürgermeister Torben Blome zusammen mit Kämmerer Hans-Jürgen Wigge und Fachbereichsleiter Gregor Günnewich. Zentrale Themen des Abends waren die Umsetzung einer Fußgängerquerung entlang der Pyrmonter Straße, die Bekämpfung des Leerstands in der Innenstadt sowie die Schaffung attraktiven Wohnraums innerhalb der Kommune.

Torben Blome betonte in seinem Eingangsstatement, dass die Verwaltung als Dienstleister bemüht ist, auf die Bitten der Bürger:innen, Unternehmen und Vereine zeitnah zu reagieren. Er betonte, dass das Rathaus auch in der Hochphase der Corona-Pandemie stets geöffnet war. Antragsverfahren werden in der Regel in kurzer Zeit bearbeitet. Dies habe sich etwa bei den Erweiterungen der BEGA-Gruppe und zuletzt bei der Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH gezeigt. Auch kann die Stadt Lügde mit stabilen Finanzen und vergleichsweise niedrigen Steuerhebesätzen im Vergleich zu den übrigen lippischen Kommunen punkten. Für das Jahr 2023 sind auch keine Steuererhöhungen in Lügde geplant.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So kämpft Lügde seit Jahren mit innerstädtischem Leerstand. Die Fachwerkhäuser sind vielfach zu groß und haben Denkmalschutzauflagen, was eine Belebung erschwert. Hier hofft die Stadt durch neue Fördermittelprogramme die Quartiere aufzuwerten. So sollen finanzielle Anreize die Bürger animieren, wieder in die eigene Bausubstanz zu investieren und damit den Stadtkern zu beleben.

„Eine gute Wohnung in Lügde zu finden, ist wirklich eine Herausforderung“, macht ein anwesender Unternehmer seinem Ärger Luft. Wohnungen stünden zwar vereinzelt zur Verfügung, seien allerdings in keinem guten Zustand. Im Ergebnis weichen viele Suchende auf die Nachbarkommune Bad Pyrmont aus. Hier müsste dringend etwas passieren, sind sich die Unternehmer:innen einig. Beim ohnehin schwierigen Werben um Fachkräfte ist attraktiver Wohnraum vor Ort ein wichtiger Bonus. Der Stadt sind die Probleme bekannt. Die meisten Gebäude sind vielfach in Privatbesitz, die Nachfrage nach attraktivem Wohnraum aber definitiv vorhanden. Hier braucht es private Investitionen – flankiert durch die bestehenden Fördermöglichkeiten – in die Modernisierung von Bestandsimmobilien. Um zumindest im Neubaubereich voranzukommen, hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem Kreis ein Baulandkataster entwickelt. Darin können sowohl städtische als auch Privatgrundstücke aufgenommen werden.

Ein weiteres Thema, dass die Anwesenden stark beschäftigte, war der Verkehr an der Pyrmonter Straße. Mehrere Firmen beklagten, dass weder Kundschaft noch Mitarbeitende sicher zu Fuß oder per Rad die Straße benutzen oder gar überqueren können. Deshalb bemüht sich die BEGA-Gruppe seit Jahren um eine Querungshilfe – leider bisher ohne Erfolg. Obwohl das Unternehmen die Maßnahme sogar finanzieren würde, seien alle Bemühungen bei übergeordneten Behörden gescheitert. Die Stadt Lügde möchte jetzt gemeinsam mit der IHK Lippe einen neuen Anlauf machen, um einen Konsens zu erzielen und die dringend notwendige Maßnahme voranzutreiben.

Textquelle: IHK Lippe zu Detmold
Fotoquelle: IHK Lippe zu Detmold / Im Austausch mit den Unternehmen in Lügde: Niko Johns zusammen mit Thorsten und Dieter Hilpert (BEGA-Gruppe), IHK-Präsident Volker Steinbach, Torben Blome, IHK-Referentin Jenny Krumov sowie IHK Hauptgeschäftsführer Stefan Sievers, (v.l.n.r.)

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