Die Arbeiten an dem Zaun, welcher den Standortübungsplatz Senne umrunden soll, geraten in den letzten Wochen immer wieder ins Stocken. Dies liegt allerdings nicht an Lieferproblemen, sondern an Vandalismus. Das Unternehmen Zaun-Kreisel aus Bad Lippspringe, welches mit dem Bau beauftragt worden ist, berichtet sowohl von Beleidigungen als auch von Sachbeschädigungen.

„Wir sind am Ende lediglich ausführendes Organ“, erklärt Patric Danzer, einer der Geschäftsführer des Unternehmens im Gespräch mit DIE AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zuvor von Beleidigungen und Diskussionen am Rande des Zaunbaus berichtet. „Die Leute machen nur ihre Arbeit und haben mit der Entscheidung nichts zu tun“, so der Geschäftsführer. Die Aussagen lassen dabei erkennen, dass es sich vornehmlich um ältere Personen handelt.

Guerilla-Taktik stoppt Zaunbau nicht

Allerdings kam es in der Vergangenheit auch regelmäßig zu Sachbeschädigungen, berichtet das Unternehmen. Insbesondere in den Abendstunden würden Scheiben der Fahrzeuge zerstört oder auch Ventile herausgedreht oder beschädigt. Teilweise wird die Arbeit des Unternehmens aber auch direkt sabotiert: „Es ist schon vorgekommen, dass frisch gesetzte Zaunpfähle am Abend dann umgetreten wurden“, so Danzer. Diese Guerilla-Taktik werde den Zaunbau allerdings auch nicht verhindert, stellt das Unternehmen klar. „Das kostet den Steuerzahler am Ende nur mehr Geld“, erklärt Danzer.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens treffen dabei auch immer wieder unbefugte Personen im militärischen Sperrgebiet an. „Ich kann das einfach nicht verstehen. Wir haben bei der Vorbereitung des Geländes gesehen, dass teilweise 10cm unter dem Erdboden Munitionsreste liegen“, erklärt der Geschäftsführer und weiß: „Diese Blindgänger mussten teilweise sogar vor Ort gesprengt werden.“ Auch das Unternehmen hält sich aus diesem Grund an die geräumten Bereiche des Gebietes. „Das ist definitiv kein Naherholungsgebiet“, sagt Danzer.

Die Sachbeschädigung hat Zaun-Kreisel zur Anzeige gebracht. „Aktuell gegen unbekannt, allerdings kann das für die Leute sehr teuer werden“, so Danzer. Neben den materiellen Schaden kommen auch weitere Kosten hinzu: „Natürlich würden wir dann auch den Zeitverlust geltend machen.“ Weiterhin entstehen auch durch die Schäden weitere Kosten: „Es ist nicht gerade günstig, wenn ein Abschleppunternehmen einen Radlader mitten in der Senne reparieren oder abschleppen muss“, so der Geschäftsführer.

Mehr Kontrollen und höhere Kosten

Auch Feldjäger und Range Control sind in dem Gebiet inzwischen häufiger unterwegs. „Ich glaube den Leuten ist nicht bewusst, dass es richtig teuer werden kann, wenn sie erwischt werden“, vermutet Danzer. Als Beispiel nannte er die unberechtigte Nutzung der Panzerbrücke über die Waldstraße: „Ohne Genehmigung kann das 250 Euro kosten.“

Bei dem Zaunbau werde dabei auch auf die Natur geachtet. „In den Zaun werden immer wieder Durchgänge für Wildtiere eingelassen“, erklärt das Unternehmen. Wenn der Vandalismus nicht weniger wird, können nach Ansicht des Unternehmens noch erheblich höhere Kosten entstehen: „Dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das gesamte Gebiet, wie in Paderborn schon üblich, videoüberwacht wird“, erklärt Danzer. Auch die Reparaturen würden immer neue Kosten verursachen.

Fertigstellung im kommenden Jahr

Mit dem Verlauf der Arbeiten zeigt sich der Geschäftsführer insgesamt zufrieden. „Wir haben jetzt ungefähr die Hälfte geschafft“, erklärt Danzer. Für die andere Hälfte werde das Unternehmen noch rund drei Monate brauchen. „Wann die Zaunanlage fertig ist, hängt auch davon ab, wie der Winter wird.“ Allerdings rechnet das Unternehmen mit einer Fertigstellung spätestens im zweiten Quartal 2023.

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