Ab Sonntag, 14. März 10 Uhr feiern die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde wieder sonntags in der Alten Dorfkirche Gottesdienst.
„Die Hygieneregeln, wie Abstand, Maske, Händedesinfektion und Nachverfolgbarkeit, werden nach wie vor eingehalten“, erklärt Pfarrerin Johanna Krumbach  gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Aus dem Grund bittet sie die die Gemeinde, eine medizinische Maske mitzubringen. „Wir freuen uns sehr, wieder in präsentischer Form Gottesdienst feiern zu können,“, so die Seelsorgerin.

Seit Mitte februar erlaubte die Lippische Landeskirche wieder Gottesdienstbesuche mit Gläubigen. Voraussetzung dafür: entsprechende Hygienekonzepte. Seitdem kehren die Kirchen langsam zu Präsenzgottesdiensten zurück. Einige wenige Gemeinden in starteten schon Ende Februar mit Gottesdiensten, andere, wie in Augustdorf, blieben vorsichtig und warteten noch ab.

Die Rückkehr zu Gottesdiensten müsse gut vorbereitet sein, erklärte damals der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, Dietmar Arends.

Der kommende Sonntag ist ein besonderer, denn dieser steht mitten in der Passionszeit und heißt Freudensonntag, den Sonntag Lätare. Mit dem Sonntag Laetare ist die Mitte der Fastenzeit („Mittfasten“) überschritten; er hat deshalb einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter, da das Osterfest näher rückt. Das wird in der katholischen Kirche traditionell auch durch die liturgische Farbe ausgedrückt: In das Violett der Fastenzeit mischt sich an diesem Tage schon ein wenig von der weißen Liturgiefarbe des nahenden Osterfestes, was dann einen rosa Farbton ergibt. Das österliche Weiß strahlt gewissermaßen schon durch das Violett hindurch. Diese liturgische Farbe ist auch für den Adventssonntag Gaudete vorgesehen. Es können an den beiden Sonntagen jedoch auch violette Gewänder benutzt werden.
In der römisch-katholischen Kirche wird Laetare umgangssprachlich zuweilen auch „Rosensonntag“ genannt, da an diesem Tag vom 11. bis zum 19. Jahrhundert die Goldene Rose (Tugendrose) gesegnet wurde, die der Papst einer Person oder Institution verlieh, die sich um die Kirche besonders verdient gemacht hatte. Eine andere Bezeichnung für diesen Sonntag ist „Brotsonntag“, abgeleitet vom Evangelium der wundersamen Brotvermehrung.
Regional wird Laetare auch „Todsonntag“ genannt, was auf den Brauch des allegorischen Todaustragens von Winter und Sommer zurückgeht, bei dem der Sommer gewinnt.
Im Südwesten Deutschlands wird in vielen Orten am Sonntag Laetare der Brauch der Winterverbrennung gefeiert. Im Elztal im Schwarzwald und angrenzenden Seitentälern findet das Scheibenschlagen traditionell an diesem Tag statt. In der Ostschweizer Gemeinde Ermatingen findet alle drei Jahre am Laetaresonntag ein kombinierter Fischer-, Frühlings- und alemannischer Fasnachtsumzug als Höhepunkt der Groppenfasnacht statt.
Aus dem evangelischen Flözlingen wird von folgenden Fastnachtbräuchen berichtet: Faulenzen, Aufzüge und Masken selten, jedoch seltener als in den umliegenden katholischen Orten.
In Schlesien wurde am Sonntag Laetare der Summersunntag (Sommersonntag) gefeiert. Kinder, die Gerten mit Papierrosen und bunten Bändern (sogenannte „Sommer“) trugen, zogen beim Summersinga von Haus zu Haus und sangen, wie es auch aus Reußendorf überliefert wird, als Heischelied:

„Summer, Summer, Summer!
Ich bin a kleener Pummer,
Ich bin a kleener Keenich,
Gat mer nie zu wenich,
Lot mich nie zu lange stien,
Ich muß a Heisla weiter gien.“

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